Das Olympische Dorf
Schande über mich. Nach sieben Jahren München und einem ganzen Jahr, in dem ich nun schon 10 Fahrradminuten vom Olympiapark entfernt wohne, war ich letztes Wochenende zum ersten Mal im Olympiadorf. Und zum ersten Mal bewusst.
Das Olympische Dorf ist heute ein Wohngebiet mit etwa 6.100 Bewohnern. Der Wohnwert des Olympischen Dorfes gilt als sehr hoch, etwa 90 % aller Umzüge finden lediglich innerhalb des Olympischen Dorfes statt. Im Rahmen des städtischen Wettbewerbes „Kinder- und familienfreundliches Wohnumfeld“ (2006) erhielt das Olympische Dorf einen Sonderpreis. Dies steht im Widerspruch zur Wahrnehmung des Olympischen Dorfs insbesondere von außen. Bereits in den 1970er-Jahren wurde die Architektur teils heftig kritisiert („Betonwüste“), später wurden vor allem auch Schwierigkeiten bei der Instandhaltung wahrgenommen.
Das sagt Wikipedia. Und ja, auf den ersten Blick ist es eine Betonwüste, das Wort an sich schon so hässlich. Vom Park ausgehend erstrecken sich dahinter auch noch die bekannten Plattenbauten Münchens, gibt es hier doch nicht allzu viele davon. Aber wie so oft gilt auch eben im Olympiadorf der nähere Blick, das Herantasten und sich Details herauspicken. Beispielsweise ist es erlaubt, sein kleines Häuslein genau so zu bemalen, wie man es möchte. Dadurch entstehen tolle Graffitis, aber auch ironische Töne, wie der “Schickeria”-Schriftzug.
Das Olympiadorf ist für mich eine Parallelwelt. Ein Teil Münchens, der anders ist, mitten in der Stadt. Mit seiner Vergangenheit, der Tristesse, die sich durch die Gässchen zieht und aber gleichzeitig den jungen Studenten, die vor den einzelnen Häusern sitzen und gemeinsam frühstücken, erinnern mich die Bungalows an kleine Ferienhäuser an der Ostsee. Da ist Leben, und das ist immer schön. Es hat etwas seltsames an sich, dieses Dorf in der Stadt, dieses Dorf am Rande des Parkes und es lohnt sich, es zu entdecken. Auch nach sieben Jahren München.
Ich frage mich, ob man jemals einen Ort wirklich kennt?
Mehr Fotos gibt es auf Instagram.
2 Kommentare zu “Das Olympische Dorf”
Hinterlasse eine Antwort


Follow





Oktober 9, 2014 um 12:03 pm
das olympische Dorf ist echt super. Habe ich auch schon öfter besucht. (als nicht Münchnerin, macht man das sicher eher:-))
Ich finde ja auch das Olympiastadion total super. Vor allem die Dachkonstruktion.
Viele Grüße
Regina
Oktober 9, 2014 um 4:17 pm
Hey Regina,
das finde ich auch. Auch auf dem Dach war ich noch nie, obwohl man da geführte Touren machen kann. Aber vielleicht kann man da eher drüber hinwegsehen, als nicht einmal durch das Dorf gelaufen zu sein. Ich bin schließlich nicht schwindelfrei.
Lieben Gruß!